Außergewöhnliche Traumphänomene

Luzides Träumen

Der Begriff  "luzides Träumen" bezeichnet das selten auftretende Phänomen, daß sich der Träumende während des Traums darüber bewußt wird, daß er in dem betreffenden Moment schläft und träumt. Dieses Phänomen tritt zwar manchmal spontan auf, häufiger jedoch bemerkt der Träumende in seinem Traum aufgrund von realitätsfremden Begebenheiten, daß er sich nicht in der Realität seines Alltags sondern vielmehr in einem Traum befindet, was ihm diese Tatsache bewußt werden läßt.
Eine Möglichkeit, luzide Träume bewußt herbeizuführen, besteht darin, das eigene Bewußtsein aufrecht zu erhalten, während man in Schlaf fällt und einen kontrollierten Übergang vom Wachbewußtsein zum Traumbewußtsein zu vollziehen. Dies bedarf jedoch einiger Übung.

Während eines luziden Traums gewinnt der Träumende die Fähigkeit, sich dem (normalerweise unkontrollierbaren) inhaltlichen Ablauf des Traumes zu entziehen und selbst die Kontrolle über das Traumgeschehen zu übernehmen. Neben der Freiheit, die Regie über das Traumgeschehen zu übernehmen und auf kreative Weise mit der Traumwelt zu interagieren, zeichnen sich luzide Träume in der Regel durch eine außergewöhliche Klarheit und Deutlichkeit aus. Das gesamte Traumgeschehen in einem luziden Traum wird oftmals realer und deutlicher wahrgenommen, als die alltägliche Realität. Während eines luziden Traums werden im allgemeinen intensivste Gefühle der Freude sowie überwältigende Emotionen erfahren.
 

Geplantes Träumen

Geplantes Träumen - auch beabsichtigtes oder aktives Träumen - bezeichnet das Herbeiführen eines spezifischen Traumes bzw. Traumgeschehens aufgrund purer kreativer Intention. Geplante Träume sind üblicherweise das Ergebnis von geschriebenen oder gesprochenen Suggestionen und Affirmationen. Beispielsweise könnte eine Person folgendes in ihr Traumjournal schreiben: " Heute Nacht werde ich von ... träumen und ich werde mich klar und deutlich an den Traum erinnern." Dies funktioniert üblicherweise besser als eine Aussage wie "Ich möchte von ... träumen". Regelmäßige Wiederholungen einer Affirmation steigern die Wahrscheinlichkeit, daß sich der Traum auch tatsächlich ereignet.
 

Der hypnagoge Bewußtseinszustand

Der hypnagoge Bewußtseinszustand ist grundsätzlich der Bewußtseinszustand, der direkt vor dem "zu Schlaf Fallen" oder direkt vor dem Aufwachen auftritt. Dieser Bewußtseinszustand kennzeichnet sich typischerweise durch traum-ähnliche Imaginationen und auditive Halluzinationen, die oftmals durch tatsächliche sensorische Wahrnehmungen ausgelöst werden. Wenn man aus dem hypnagogen Zustand in den wachbewußten Zustand hinübergleitet, wird man sich oft darüber bewußt, daß man sich nur im Halbschlaf befand und die Erinnerung an das zuletzt erlebte Traumgeschehen ist noch relativ deutlich.

Im hypnagogen Bewußtseinszustand herrschen vornehmlich Gehirnfrequenzen des Alpha- und Theta-Bereiches vor. Durch Training und mit Hilfe von technischen oder pflanzlichen Mitteln ist es möglich, diesen normalerweise nur nur für kurze Dauer auftretenden Übergangszustand zwischen Wachen und Schlafen herbeizuführen und über eine längere Zeit aufrecht zu erhalten. Der Trick hierbei ist es, nicht einzuschlafen, sondern einen Zustand entspannter Konzentration zu wahren. Für die meisten Menschen stellt sich dies als relativ schwierig dar, weil sie es seit Ihrer Geburt gewohnt sind, direkt einzuschlafen, wenn sich dieser Zustand einstellt.

Jedoch ist der hypnagoge Zustand ein Tor zu wirklich interessanten Phänomenen. Es ist der Bewußtseinszustand, in welchem sowohl das Bewußtsein als auch das Unterbewußtsein voll aktiv sind und Phänomene wie kontrollierte Halluzinationen oder außerkörperliche Erfahrungen auftreten können. Außerdem ist es aus diesem Bewußtseinszustand heraus möglich, luzide Träume bewußt herbeizuführen.
 

Kontrollierte Halluzinationen (Imagination)

Ein normaler Traum ist ein halluzinatorisches Erlebnis, bei welchem der rationale Geist fast vollständig ausgeschaltet ist und dementsprechend kaum bewußtes Denken stattfindet. Ein luzider Traum hingegen kennzeichnet sich durch das plötzliche Einsetzen rationaler Logik und ( mit der Realität) vergleichender Bewußtheit während der Traumerfahrung. Eine kontrollierte Halluzination unterscheidet sich weiterhin dadurch, daß der Trauminhalt bewußt durch die betreffende Person erschaffen wurde - ähnlich wie bei einem Tagtraum, jedoch hinsichtlich der inneren Wahrnehmung wesentlich klarer und deutlicher.

Kontrollierte Halluzinationen geraten üblicherweise in Vergessenheit, wenn man vom hypnagogen Zustand in den Schlaf hinübergleitet. Umgekehrt jedoch, wenn man vom hypnagogen Zustand in den wachbewußten Zustand hinübergleitet, werden kontrollierte Halluzinationen als deutliche, morgendliche Tagträume erinnert, die jedoch eher spontaner als beabsichtigter Natur sind. Dementsprechend kann man konstatieren, daß hypnagoges Bilderleben eine unkontrollierte Halluzination, jedoch die beabsichtigte und kreative Kontrolle des Betreffenden den wesentlichen Unterschied einer kontrollierten Halluzination ausmacht. Das interessante an der kontrollierten hypnagogen Imagination ist, daß man durch Training den Prozeß bis ins Unendliche hinein fortsetzen und intensivieren kann, wohingegen luzide Träume oftmals wieder in normale, nicht-luzide Träume zurückwechseln.
 

Außerkörperliche Erfahrungen

Eine außerkörperliche Erfahrung ist ein Phänomen, bei welchem der Energiekörper des Individuums unabhängig vom physischen Körper eine paradimensionale Version der physischen Realität bereist. Es existiert vielfältige Literatur zu diesem Thema und wir ermutigen jeden dazu, sich einmal mit diesem sowie artverwandten Themen (wie zum Beispiel Nahtoderfahrungen) zu befassen. Authoren wie Robert A. Monroe, Sylvan J. Muldoon, Hereward Carrington, Raymond A. Moody oder Dr. Elisabeth Kübler-Ross haben exzellente Bücher über diese Themen geschrieben. Wenn Sie sich einmal eingehend mit dieser Thematik befaßt haben, werden Sie feststellen, daß der hypnagoge Zustand eine wesentliche Rolle zur Herbeiführung dieser Phänomenen spielt.
 

Fortgesetztes Träumen

Einen Traum, der exakt dort beginnt, wo der letzte Traum aufgehört hat, nennt man einen fortgesetzten Traum. Anders als bei einem wiederholten Traum, den man immer wieder träumt, hat ein fortgesetzter Traum eine der alltäglichen Realität vergleichbare Kontinuität.
 

Shared Dreaming

Der Begriff des "Shared Dreaming" bezeichnet das außergewöhnliche Phänomen, daß zwei oder mehr Personen gemeinsam den selben Traum haben und in diesem Traum auf telepathische Weise miteinander interagieren. Das erstaunliche dabei ist, daß jeder Teilnehmer den Traum aus seiner eigenen, persönlichen Perspektive erlebt, so als würden die verschiedenen Teilnehmer sich in einer virtuellen Realität treffen und dort miteinander interagieren.
 

Präkognitives Träumen

In präkognitiven Träumen (auch prophetische Träume) stellt der Trauminhalt eine Vorausschau auf zukünftige Ereignisse dar. Darüber hinausgibt es auch hellseherische Träume, die inhaltlich ein Geschehen wiedergeben, das just in diesem Moment an einem anderen Ort in der Realität stattfindet.